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Veröffentlichungen

Festschrift - 100 Jahre St. Pankratius Kirche in Buldern

Festschrift Kirche in Buldern

Herausgeber/-in: Kath. Kirchengemeinde St. Pankratius in Buldern

Anlässlich der Erinnerung an die Fertigstellung und Einweihung der Pfarrkirche St. Pankratius in Buldern vor 100 Jahren hat Gisela Klöpper mit einem engagierten Team eine umfassende Chronik mit vielen aufschlussreichen Informationen rund um die katholische Kirchengemeinde St. Pankratius in Buldern zusammengetragen und in einem bestens ausgestatteten und reich bebilderten Band ausgebreitet. Dank ihrer Fachkenntnisse als technischer Zeichnerin, aktiver Pfarrsekretärin und Haushälterin des Pfarrers Aloys Rohlmann gelang eine inhaltsreiche und weit über die genannte Zeitspanne hinaus gehende Darstellung der Geschichte der Kirchengemeinde mit lesenswerten Details.

Die Kirchengemeinde Buldern ist als Pfarre seit dem Jahre 1188 nachgewiesen. Als ältester Teil stammt der Turm der ursprünglichen Pfarrkirche St. Pankratius, die heute „Alte Kirche“ genannt wird, etwa aus dem 11., das gotische Kirchenschiff aus dem 15. Jahrhundert. 1715 wurde die Kirche renoviert. Die Ritter von Buldern als Grundherren und Lehnsinhaber des Hofes Buldern waren Eigentümer der Kirche und besetzten die Pfarrstelle. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts war dies nach den Familien Lembeck und Diepenbrock die freiherrliche Familie von Romberg. Später gingen die adligen Rechte in ein formales Patronatsrecht über. Heute wird dies von der Familie von Kerssenbrock ausgeübt. Deshalb waren auch Georg Graf von Kerssenbrock und seine Gemahlin Ines gern gesehene Gäste bei den Jubiläumsfestlichkeiten im Mai 2006.

Am 16. Dezember 1900 beschloss der Kirchenvorstand unter Vorsitz von Pfarrer Theodor Kappenberg den Bau einer neuen Pfarrkirche, der dann im Juni 1904 aufgenommen wurde. In dem einstimmigen Beschluss hieß es u.a.: „Die Kirche hierselbst ist für die Zahl der Einwohner zu klein. Die Plätze so beengt, daß weder Knien noch bequemes Sitzen möglich ist, die Wände durch Feuchtigkeit verdorben, so daß ein Neubau nicht umgangen werden kann.“ Die Gemeinde Buldern hatte zu dieser Zeit, z. B. im Jahre 1905, 1.170 katholische und 12 evangelische Einwohner. Am Ostermontag 1905 war die Grundsteinlegung. Der seit Juni 1904 in Buldern tätige Pastor Tellen konnte dann am 13. Mai 1906 die vorläufige Weihe vornehmen. Nach weiteren Ausstattungsarbeiten, insbesondere nach der zunächst streitigen Errichtung des neuen Hochaltares, weihte Bischof Illigens die Kirche am 20. Mai 1911. Die Entwürfe stammten von Prof. Ludwig Becker aus Mainz und Architekt Sunder-Plaßmann aus Münster, die Bauausführung aus Ziegeln und Sandstein lag in Händen der damals schon renommierten Dülmener Bauunternehmung Kirschner. Die Gesamtkosten des Kirchenneubaus betrugen etwa 133.000 Mark. Freiherr Clemens von Romberg erwarb die Alte Kirche im Jahre 1913, um sie zu einer Gruftkirche mit 48 Sargnischen für seine Familie umzugestalten.

Die Festschrift führt mit mehreren Grußworten in die Thematik ein, widmet sich dann der Entstehungsgeschichte der Gemeinde, vor allem auch der Alten Kirche. Es folgt eine ausführliche Würdigung aller in Buldern tätigen Pfarrer, Kapläne, Vikare und Pastoralreferenten. Auch die Lebenswerke der Ordensleute in und aus Buldern werden vorgestellt. Ein weiterer Abschnitt erläutert die Ausstattung der beiden Bulderner Kirchen: Von den Bildwerken des Hl. Hugo und Hl. Bruno in der alten Dorfkirche, den Kreuzweg-Stationen, den Kirchenfenstern, dem Hungertuch aus dem Jahre 2003 (siehe DH, Jahrgang 50, 2003, S. 87–90) bis zu dem im Jahre 2004 anlässlich der Seligsprechung der Anna Katharina Emmerick entstandenen Gemälde der Emmerick aus der Hand der in Buldern lebenden Künstlerin Magdalena Sadkiewicz zeugt diese Sammlung mit gelungenen Texten und Fotografien vom gestalterischen Interesse der Bulderner Kirchengemeinde. Berichte über die Kirchenschätze und Erläuterungen zu den verschiedenen Kirchenerneuerungen sowie zum Orgelwerk, zu den schönsten Paramenten und zur Entwicklung des Kirchenchores runden das Gesamtbild ab.

Bemerkung: Die gelungene Festschrift vermittelt dem Heimatfreund im Zusammenblick mit Dieter Potentes „Buldern so wie es war“ aus dem Jahre 2000 (siehe DH, Jahrgang 47, 2000, S. 47) ein umfassendes Bild dörflicher Gemeinschaft, wenn auch die unterschiedlichen Formate und Layouts der beiden Werke diese nahe liegende Gesamtsicht nicht unterstützen. Wie die lebendige Kirchengemeinde trägt jedenfalls der weit sichtbare Kirchturm der 100-jährigen Pfarrkirche St. Pankratius Buldern zur Prägung des münsterländischen Dorfbildes bei.

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