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Rückblicke

Exkursion nach Asbeck

Ausflugsgruppe
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieAsbeck 2006“.

1.4.2006, Erik Potthoff

Äbtissinen des Stiftes Asbeck kamen aus dem Hause von Merode.
Halbtagesfahrt des Heimatvereins Dülmen nach Asbeck.

Dülmen/Asbeck. Die erste Exkursion des Heimatvereins Dülmen e. V. führte die 25 Teilnehmer in den Kreis Borken. Der Legdener Ortsteil Asbeck insbesondere das ehemalige Stift Asbeck war Ziel der Halbtagesfahrt. In Asbeck gab es von 1132 bis 1805 ein freiweltlich adeliges Damenstift. Diese Kanonissenstifte mit klosterähnlichem Charakter gab es im Münsterland und in den angrenzenden Niederlanden. Anders als in Frauenklöstern, waren die Stiftsdamen weder an eine Regel noch an ein Gelübde gebunden. Das Damenstift in Asbeck war ein Stift für den niederen Adel.

Helmut Schirmann 2. Vorsitzender des Heimatvereins Asbeck e. V. begrüßte die Gruppe aus Dülmen vor dem Dormitorium (Schlafsaal) in Asbeck. Das Dormitorium stammt aus der Zeit um 1200 und zählt zu den ältesten romanischen Profangebäuden im Münsterland.
Der dortige Heimatverein hatte das herunter gekommene Gebäude mit Grundstück erworben und mit viel Engagement, öffentlichen Zuschüssen und Spenden zu einem Veranstaltungsraum im Erd‑ und einem Museum im Ober‑ und Dachgeschoss ausgebaut. Dokumentiert wird die eigene und münsterländische Stiftsgeschichte, sowie der reichhaltige Schatz des ehemaligen Stiftsbesitzes. Nach Freilegung von Putz, Holzvertäfelung und Mauerwerk ist die über 800 Jahre alte Baugeschichte an dem Teil des ehemaligen Westflügels der Stiftsanlage ablesbar geworden.

Als selbständiger Architekt und Bauleiter der jüngsten Restaurierungsarbeiten konnte Schirmann den Exkursionsteilnehmern auf dem Stiftsrundgang immer wieder konkrete Fragen anschaulich erläutern. Die zweigeschossige romanische Arkadengalerie ist dem Dormitorium vorgelagert und wurde in ein neues Gebäude integriert. Ursprünglich waren die wieder aufgebauten fünf Joche Teil des Kreuzganges und wurden nach der Säkularisation 1863 in den Neubau des Diözesanmuseums in Münster integriert. Als das Museum durch den Krieg stark zerstört wurde gelangten die Säulen in den 1960er Jahren wieder zurück nach Asbeck, wo sie lange einen „Dornröschen Schlaf“ hielten. Am Originalschauplatz wieder aufgebaut vermitteln das Dormitorium, die Säulengalerie und die Stiftskirche einen optischen Eindruck der gesamten ehemaligen Stiftsanlage. Das Äbtissinnenhaus aus dem Jahre 1500, welches zugleich das Ende des Südflügels bildete konnte in Teilen von der Dülmener Gruppe besichtigt werden. Ein Dülmener Bezug zum Stift Asbeck konnte über die Wappenschilder der Äbtissinen des Hauses von Merode hergestellt werden.

Rund um die Stiftskirche St. Margareta erstreckte sich der zweistündige Rundgang über Tor‑, Stifts und Nebengebäude des ehemaligen Stiftsbezirkes in Asbeck. In der Stiftskirche wurde von Herrn Schirmer auf die ehemalige so genannte Nonnenempore hingewiesen, die nur über eine Verbindungstür zur Kreuzganggalerie erreicht werden konnte.

Am Asbecker Kirchplatz ist auch heute noch der Speicherriegel durch Markierungen im Pflaster und Mauervorsprüngen aus Backstein zu erkennen. In den Getreidespeichern wurde der Zehnte der abgabepflichtigen Bauern gelagert und wenig später in der Stifts eigenen Mühle am Mühlenbach zu Mehl gemahlen. Daraus wurde Teig gefertigt und im Backhaus, welches sich die Dülmener ebenfalls ansahen, zu Brot gebacken. Im Backhaus werden heute noch, vom Heimatverein Asbeck organisiert, an jedem ersten Dienstag im Monat Brote gebacken.

Nicht selbst gebackenes Brot sondern selbst gebackenen Kuchen ließen sich die Teilnehmer der Halbtagesfahrt bei einer Tasse Kaffe zum Abschluss der Exkursion schmecken bevor es mit dem Bus wieder nach Dülmen ging.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieAsbeck 2006“.

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