Heimatverein Dülmen e. V.

Die Vereinsseite.

Heimatverein Dülmen e. V. | Verein | Vereinsleben | Dies und Das | Kontakt

Aktuelles | Terminkalender | Rückblicke | Bildergalerie | Artikelsammlung

Rückblicke

Auf den Spuren der Geschichte

Gruppe der Denkmal-Tour 2006

18.9.2006, Claudia Marcy

Dülmen. Es war ein Spaziergang durch den Ort und zugleich eine Reise durch die Zeit. Dr. Ulrich Reinke vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege Münster machte sich auf Einladung der Stadt mit rund 30 Heimatfreunden am Samstagnachmittag zu einer Spurensuche in Hiddingsel auf. Er zeigte die verborgenen Schönheiten von Wohnhäusern und Gebäuden, machte auf Details in den Fassaden, Türen oder Giebeln aufmerksam, lenkte die Aufmerksamkeit auf Gärten oder Bäume und Hecken am Wege und erzählte, indem er Veränderungen oder Kontinuität aufzeigte, zugleich ein Stück Sozialgeschichte. So beschrieb er die Einführung des Kunstdüngers als Zäsur in der Landwirtschaft. Bauern mit weniger fruchtbaren Böden konnten jetzt ihre Ernteerträge steigern. Von dem wachsenden Wohlstand dieser Landwirte künden die größeren Höfe überall im Münsterland. Auch die neue, große Kirche in Hiddingsel, die die kleine Pfarrkirche auf dem heutigen Denkmalplatz ersetzte und die städtische Ausmaße habe, sei Folge dieses Wohlstands, erklärte Reinke. Er richtete die Aufmerksamkeit vor allem auf jene Häuser, die entweder durch Erhalt oder angepasste Modernisierung die Geschichte bewahrt haben. Denn, so das Credo von Reinke, Bauwerke geben Antworten auf Probleme und Herausforderungen ihrer Zeit – und auch wenn die Probleme die gleichen bleiben, fallen die Antworten zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich aus. Als Beispiel dafür nannte er das St.-Georg-Denkmal, das nach dem Ersten Weltkrieg zur Erinnerung an die gefallenen Hiddingseler aufgestellt wurde. Es kombiniere Christliches, den heiligen Georg, mit dem Übermenschen, interpretierte Reinke. Und: „Dieses Denkmal sieht nicht aus, als hätte Deutschland den Krieg verloren.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es solche „Heldendenkmäler“ nicht mehr gegeben – jedenfalls nicht im westeuropäischen Raum. An den Stationen seiner fast zweistündigen Denkmaltour ließ Reinke jene Zeit aufleben, als der sonntägliche Kirchgang mit einem Besuch in der Kneipe und einem Einkauf beim Kolonialwarenhändler gekoppelt war, als Lebensmittel richtig wertvoll waren und als es viel Mangel und Mühsal gab. Es war keine gute alte Zeit, betonte Reinke, auch wenn heute vieles harmonisch und nett aussehe.

Quelle: Dülmener Zeitung

Zurück zur Übersicht.

Copyright © Heimatverein Dülmen e. V.. Alle Rechte vorbehalten.

Die Verwendung der Beiträge ist nur zum persönlichen Bedarf gestattet.