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Exkursion nach Vreden – Besuch des Hamalandmuseums

Exkursion nach Vreden
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieVreden 2006“.

21.10.2006, Karola Duffner

Am Samstag, 21. 10. 2006, führte eine Halbtagsfahrt des Heimatvereins Dülmen e. V. nach Vreden. Dort besuchten die gut dreißig Dülmener das Hamalandmuseum und den Früchtinghoff. In dem originalgetreu wieder aufgebauten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert (Veränderungen im 19. Jahrhundert) tat sich für die Gruppe eine andere Welt auf. Franz Rieken begrüßte die Gruppe in der Diele und erzählte spannend, gewürzt mit deftigem Humor, von den Wohn‑ und Arbeitsbedingungen der Bauern zu jener Zeit, wobei auch Begriffe und Redewendungen wie „Armleuchter“ und „Etwas auf dem Kasten haben“ anschaulich erklärt wurden.

Die Diele mit dem Herdfeuer diente dem täglichen Aufenthalt der Familie. An der Wand hing ein hölzerner Taubenkäfig mit einer lebenden Lachtaube; die damals nicht nur als Rauchmelder (Taube fiel in „Ohnmacht“) diente, sondern auch als Heilmittel bei verschiedenen Krankheiten Verwendung fand. In der Ecke standen Schaukelpferd und ein multifunktionales Kinderstühlchen, und der Originalfußboden bestand aus in Lehm verlegten „Ersterkes“, den Stapelhilfen der Töpfereien rund um Vreden. Nebenan befanden sich die beste Stube mit wertvollen alten Möbeln, das Schlafzimmer für die Altenteiler und das Kinderzimmer. Die Bauersleute selbst schliefen in einem für heutige Verhältnisse viel zu kurzen Bett mit Türen an den Fußenden. Durch ein kleines Fenster in der Seitenwand konnte der Bauer die Tenne beobachten; dort schliefen auf der Hille über dem Kuhstand die Mägde. und auf der anderen Seite über den Pferdeställen war Platz für die Knechte.

Heiterkeit kam auf, als Franz Rieken beim Rundgang durch das Haus auf einen großen Bottich wies und die Badefeste zu früheren Zeiten bei den kinderreichen Bauern erläuterte: „Nach dem 5. Kind wurde die graue Brühe teilweise abgeschöpft, ein Teil sauberes warmes Wasser hinzugegeben, und dann kamen nacheinander die jüngsten Kinder an die Reihe – was dabei herausgekommen ist, steht hier vor Ihnen, ich war das 9. Kind“ – und dabei er strich sich mit der Hand über sein volles graues Haar. Auf der Tenne erklärte er alte Kornmühlen und zahlreiche weitere Geräte. Selbst der Hofhund half mit Hilfe eines Laufbandes über eine Pleuelstange beim Buttern mit. Bei vielen der älteren Teilnehmer kamen Erinnerungen auf – „Ja, so war das damals auch bei uns.“

Anschließend ging es zum etwa 200 m entfernten Hamalandmuseum – auch hier versorgte eine fachkundige Dame die Gruppe mit Informationen über das harte Leben der Menschen im moorigen oder sandigen Westmünsterland, das sich erst durch den Einsatz des Kunstdüngers verbesserte. Aus den Zweigen der Kopfweiden stellten die Menschen Körbe her, und ein wenig Geld wurde durch Flachsanbau und Leinenweberei mühselig hinzuverdient. Im Tapetenzimmer leuchtete eine sehr gut erhaltene Papiertapete mit Motiven aus den Irrfahrten des Odysseus, und im Untergeschoss stauten besonders die Frauen über perlenbestickte teilweise über 1000 Jahre alte Messgewänder. Wegen der wissbegierigen Teilnehmer und der recht unterhaltsamen Führung konnte man aus Zeitgründen nur einen Teil des Museums kennen lernen.

Nach diesen interessanten Einblicken in das Leben der Münsterländer zu alten Zeiten stärkten sich die Teilnehmer bei leckerem Kuchen und Kaffee, um dann gegen 18:00 Uhr wieder Dülmen zu erreichen.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieVreden 2006“.

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