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Rückblicke

Exkursion nach Bevergern

Exkursionsteilnehmer Bevergern
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieBevergern 2007“.

7.5.2007, Karola Duffner

Bei strahlendem Wetter machten sich am vergangenen Samstag dreißig Dülmener auf nach Bevergern. Auf der Hinfahrt im Bus bereits neugierig auf Ackerbürgerhäuser und den alten Ortskern gemacht, empfing der Kustos des Heimathauses, Julius Pelster, die Gruppe, um einige Hinweise zum Ort und seiner Geschichte zu geben.
Bevergern, heute Ortsteil von Hörstel, hat bereits 1366 Stadtrechte erhalten. Um 1400 baute Bischof Otto von Hoya die Burg Bevergern zu einer starken Festung aus, die den münsterschen Bischöfen häufig als Wohnsitz diente. Ende des Jahres 1595 war der Wiedertäuferkönig Jan von Leiden in der Burg Bevergern inhaftiert. Nach dem 30jährigen Krieg wurde die Burg gesprengt, und die Bevergerner nutzten die Trümmer unter anderem, um die oberen Kirchturmgeschosse zu erneuern. Die verschiedenen Bauabschnitte sind wegen der unterschiedlichen Bauweise deutlich zu erkennen. Im Inneren der Marienkirche staunten die Dülmener Besucher über die reichhaltige Innenausstattung der von außen eher schlicht wirkende Kirche. Gotische Kreuzrippengewölbe, ein barocker Hochaltar von 1655 – ein Geschenk des münsterischen Bischofs Bernhard von Galen mit zahlreichen Figuren‑, gleich vier Statuen vom hl. Antonius, eine goldene Sitzmadonna aus dem 14. Jahrhundert und weitere kostbare Statuen sind in der Kirche zu bewundern. Herr Pelster wusste zu allen bedeutenden Figuren interessante Informationen zu geben. Anschließend führte der Weg um die Kirche; hier war die alte Straßenführung des Rundlings deutlich zu erkennen. Gepflegte Ackerbügerhäuser mit ihren großen, inzwischen aber umgestalteten früheren Dielentüren ließen Bevergern als Ackerbürgerstadt wieder lebendig werden.

Anschließend führte der Weg in das Heimathaus, dass der Bevergerner Gelehrte Prof. Dr. Dr. Anton Hilckmann seiner Heimatstadt Bevergern anlässlich des 600jährigen Stadtjubiläums 1966 geschenkt hat. Dabei handelt es sich um drei Gebäudeteile, dem Kaufmannshaus, dem Handwerkerhaus und dem Ackerbürgerhaus mit recht unterschiedlichen Einrichtungen. Sie geben Einblick in den Alltag der drei wichtigsten Berufsgruppen, die einst das Leben in der Enge einer solchen befestigten Siedlung ohne bäuerliches Umland prägten. Anschaulich berichtete Pelster vom Leben der Familie Hilckmann, die es durch Handel zu Wohlstand gebracht hatte. Einrichtung im Biedermeierstil, die Wohnstube im Jugendstil, ferner ein eiserner Kanonenofen zeigten den Geschmack des Kleinbürgertums. Das Herzstück des Hauses, die Küche, ist noch weitgehend im Zustand ihrer Erbauung von 1742; sie wird beherrscht von einem mächtigen Herdfeuer mit Sandsteineinfassung und dem großen Rauchfang, dem „Bosen“. Gleich weiter, im Handwerkerhaus, wurde den Besuchern die Beengtheit von Mensch und Tier und die räumliche Einheit von Wohnen und Arbeiten handwerklicher Tagelöhner deutlich. Hier machte Pelster der Gruppe aus Dülmen klar, dass die Bevergerner hinter ihrem Heimathaus stehen und seinen Unterhalt und die Ausstellung immer wieder mit großzügigen Spenden unterstützen.
In der Bücherei berichtete Herr Pelster aus dem Leben von Anton Hilckmann; der infolge einer Denunziation mehrere Jahre in Konzentrationslagern verbrachte. Die gestreifte Häftlingsjacke ist noch im Museum zu sehen.
Zum Abschluss stärkten sich die Mitfahrer noch im Cafe Klosterhof, dem 1699 im Stil der Ackerbürgerhäuser erbauten Stadthaus der Stiftsdamen des Klosters Gravenhorst. Nach einem informativen Nachmittag trafen die Teilnehmer am frühen Abend wieder in Dülmen ein.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieBevergern 2007“.

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