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Rückblicke

Selbst das Treppchen gilt es zu entdecken

Das fast fertig gestellte Stadtmodell
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieStadtmodell vor 1945“.

21.3.2008, Dülmener Zeitung – Hans Ramberg

Dülmen. Der Betrachter muss schon ganz genau hinschauen, wenn er den klitzekleinen Löwen auf dem Kriegerehrenmal an der Kirchmauer von St. Viktor an der Marktstraße erkennen will. Ebenso winzig ist das Treppchen an der Borkener Straße, und auch das kleine Ecktürmchen am Haus Jürgensmeier am Marktplatz. Alles im Maßstab 1 : 1000 und schon zu bestaunen in Münster beim Architekten und Modellbauer Wolfgang Mosler, der zusammen mit seinen Mitarbeitern zurzeit das zweite Dülmener Stadtmodell erstellt.

Seit Oktober des vergangenen Jahres sind die Münsteraner an der manchmal kniffligen Arbeit. Nach der Fertigstellung des Modells ist dann das Dülmen der 1930er-Jahren zu sehen. Bis es soweit ist, haben Wolfgang Mosler und seine Mitstreiter noch eine Menge zu tun. Allerdings ist die Innenstadt schon gut zu erkennen mit ihren Häusern, Straße und anderen Gebäuden. Mittendrin die Viktorkirche mit Galerie und den vier Ecktürmchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut wurden, winzig im Vergleich zum Gotteshaus das Lüdinghauser Tor und wuchtig gleich neben das herzogliche Schloss im Schlosspark mit dem Teich.

Am Rand der Modellplatte steht schon die Eisenhütte Prinz Rudolph, und nicht weit vom Lorenkenturm kann man die jüdische Synagoge im Kleinstformat entdecken. Die Bebauung stößt bereits im Süden und Westen an die Ringe der ehemaligen Stadtbefestigung Dülmens.

Grundlage für das zweite Modell bilden ein gut vermessener Stadtplan aus den Jahren 1932⁄1934 und die Zerstörungskarte aus dem Jahr 1945. Außerdem können sich die Modellbauer an alten Fotos, Postkarten und Luftbildern der Alliierten orientieren. Am Mittwoch machte sich Erik Potthoff, Vorsitzender des Heimatvereins Dülmen, auf den Weg nach Münster, um sich ein Bild vom Arbeitsfortschritt zu machen. Das Modell sei noch nicht ganz fertig, erklärt Potthoff. Der Heimatverein sei aber schon vorbereitet, denn die Vitrine für das neue Modell stehe bereits in der Alten Sparkasse. Der Vorsitzende ist aber schon jetzt ganz zufrieden, denn die Geländeplatte sei schon komplett farbig angelegt, jetzt seien die Modellbauer dabei, die Häuser individuell anzupassen.

Im Gegensatz zum Modell des mittelalterlichen Stadtmodells gebe es Fotovorlagen, an denen sich die Spezialisten halten müssten. Den einfachen Griff in die Kiste mit den kleinen Häusern gebe es bei diesem Modell nicht. Es seien beispielsweise Giebel verändert worden und Dachgauben und Ziertürmchen gebaut worden. Die Betrachter des Modells würden viele Häuser wieder erkennen, sagt Erik, Potthoff. Selbst den Löwen auf dem Ehrenmal könnten sie dann entdecken. Der sei zwar sehr winzig und stilisiert, sehe aber trotzdem gut aus. Auch Gleisanlagen würden auf der Platte angebracht. Auf die Gleise würden dann Güter‑ oder Personenzüge gestellt.

In der Werkstatt von Wolfgang Mosler ist es an diesem Mittwochvormittag ziemlich still. Lediglich Wolfgang Mosler und dessen Sohn Tim sind da. Mitarbeiter und Modellbauer John Hay ist zurzeit im Urlaub, und ein wenig muss Wolfgang Mosler dann doch lächeln, als er für einen Moment nicht weiß, auf welchen Teil der Platte ein bestimmtes Gebäude zu stehen hat. „Ich bin auf dem Modell nicht ganz zuhause“, räumt er ein. „Irgendwo gehört das schon hin“, meint Mosler, während Erik Potthoff ihm beim Platzieren des Hauses hilft. Neben der Platte steht an diesem Morgen ein Laptop. An dem vergleicht John Hay bei seiner Arbeit die Luftbilder der Alliierten mit dem bisher fertig gestellten Modell.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieStadtmodell vor 1945“.

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