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Rückblicke

Die Rache der Wiedertäufer

Kriminalspiel 2008

4.8.2008, Kristina Kerstan – Dülmener Zeitung

Dülmen. Auch ein Attentäter hat mal Hunger: Genüsslich isst Jonas Lindenroth seinen Hot Dog. Der Jugendliche trägt ein weißes T-Shirt, vorne mit einem blauen Kleeblattkreuz darauf, auf der Rückseite mit einem Wahlspruch der Wiedertäufer „Veritas immortalis est“, die Wahrheit ist untödlich. Tödlich hingegen sind die Absichten des Attentäters, schließlich will er niemand geringeren als den Bürgermeister Jandrik Büttmann umbringen. Doch zum Glück kommt es nicht soweit, gleich mehrfach wird das Ansinnen des Attentäters verhindert.

In die Welt der Wiedertäufer geht es für die 38 Teilnehmer des Kriminalspiels der Jugendgruppe des Heimatverein Dülmen am Samstag. Nach einer Ausbildung als Detektiv versuchen die Kinder in fünf Gruppen, hinter das Geheimnis des Kleeblattkreuzes zu kommen.
Doch zuvor unternehmen sie eine Ausflug ins Jahr 1535. Weil er zu den Wiedertäufern gehört, wird Christian Kerkerinck geköpft, sein Henker ist Heinrich Bültmann. Doch Kerkerincks Glaubensbrüder schwören Rache, wenn nicht an Bültmann selber, dann an dessen Nachfahren. Knapp 500 Jahre später ist dann die Zeit dafür gekommen, und nur die Nachwuchs-Detektive können den Mord an Büttmann verhindern.

An fünf Stationen in der Innenstadt gibt es dazu Hinweise, doch erstmal müssen die Standorte der Stationen selbst gefunden werden. Dort warten dann verschiedene Spiele auf die Teilnehmer. „Wir waren alle mit einem Band zusammengebunden und mussten dann laufen“, berichtet Aileen Fischer von einer besonders schwierigen Aufgabe. Das Mädchen gehört zu der Achtergruppe, die auf dem ersten Platz landet. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir erster werden“, ist Aileen am Ende des etwa fünfstündigen Spiels ziemlich überrascht.

Bereits zum dritten Mal, erläutert Erik Potthoff, Vorsitzender des Heimatvereins, habe die Jugendgruppe des Vereins im Rahmen des Sommerferienkalenders ein Kriminalspiel organisiert, abwechselnd dazu finden etwa Schnitzeljagden oder eine Stadtrallye statt. „Das Ferienspiel ist nie ganz losgelöst von der Stadtgeschichte“, betont Potthoff.

So sei Christian Kerkerinck tatsächlich 1535 hingerichtet worden. 1599 sei dann das Kleeblattkreuz, im Spiel das geheime Erkennungszeichen der Wiedertäufer, zum ersten Mal auf einer Kupfermünze in Dülmen aufgetaucht, so Potthoff. Woher das Symbol kam, sei unbekannt. Heute ziert das blaue Kreuz Dülmens Stadtwappen – und das T-Shirt von „Attentäter“ Jonas Lindenroth.

Der hat übrigens Erfahrung in der Rolle des Bösewichts. „Ich habe beim letzten Mal schon den Mörder gespielt“, berichtet der Jugendliche schmunzelnd. Und dann geht er zu Rathausscharre, das Holzschwert in der Hand, um sich noch einmal von einer Gruppe von einem Attentat auf den Bürgermeister abhalten zu lassen.

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