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Rückblicke

Degen mit Schießvorrichtung erweckte allgemeines Staunen

Gruppe in der Synagoge
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieDrensteinfurt 2008“.

23.9.2008, Karola Duffner

Am Samstag, dem 20. September 2008, führte der Heimatverein Dülmen e. V. seine Herbstfahrt durch. Über dreißig Teilnehmer fuhren zunächst bei strahlendem Sonnenschein zum Schloss Westerwinkel bei Herbern. Dieses wurde in der Zeit von 1663 bis 1668 vermutlich unter der Bauleitung von Peter Pictorius dem Älteren erbaut. Es befindet sich heute im Besitz der Grafen von Merveldt und wird auch noch privat genutzt.

Eine Führung durch die Museumsräume versetzte die Besucher in die prunkvolle Zeit des Barock. Alte Gemälde, wertvolles Meißener Porzellan und kostbare Möbel ließen die Lebensweise der früheren Bewohner lebendig werden. Ein Degen mit einer Schießvorrichtung und ein multifunktionaler Kaminhocker mit Buchstütze, Abstelltablett für den Tee und einem Fach für Zigarren samt Zigarrenabschneider erweckten allgemeines Erstaunen. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Außenanlagen ging es weiter nach Drensteinfurt, wo sich nach einem gemütlichen Kaffeetrinken ein Streifzug durch den Ort anschloss.

Die Stadtführerin, Gräfin von Merveldt, wusste anschaulich das Leben in Drensteinfurt zu schildern und den Ort vorzustellen. Der Rundgang führte – vorbei an der alten Wassermühle – zum Schloss aus dem 18. Jahrhundert. Im Torhaus befand sich früher der Kerker. Strafen bis zu drei Tagen konnten dort vollstreckt werden. Für schwerere Strafen war der Bischof von Münster zuständig. In der Synagoge, die in der Reichpogromnacht 1938 innen verwüstet wurde und heute als Erinnerungsstätte dient, schilderte Gräfin von Merveldt das jüdische Leben in Drensteinfurt von der Ansiedlung der ersten jüdischen Familien 1811 bis 1941, als die letzten jüdischen Bewohner nach Riga deportiert wurden.

In der Alten Post, einem wuchtigen Ackerbürgerhaus von 1647, das bis ins frühe 19. Jahrhundert als Handelshaus und später als Poststation diente, schilderte sie die Rettung des Gebäudes vor dem Verfall. Viele ehemalige Ackerbürgerhäuser sind heute nicht mehr als solche zu erkennen. Informationen über die Pfarrkirche St. Regina bildeten den Abschluss der Erkundung des bereits 851 urkundlich erwähnten Ortes. Nach der Rückkehr am frühen Abend in Dülmen waren sich alle einig, einen erlebnisreichen Nachmittag mit vielen neuen Eindrücken erlebt zu haben.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieDrensteinfurt 2008“.

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