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Rückblicke

Kirchen und Zeche in Dortmund – Fahrt des Heimatvereins

Zeche Zollern in Dortmund
Weitere Bilder dazu finden Sie in unserer BildergalerieDortmund 2010“.

25.5.2010, Karola Duffner

Die Frühjahrsfahrt des Heimatvereins Dülmen führte am Samstag, dem 24. 4. 2010, nach Dortmund. Zunächst erkundeten die 35 Teilnehmer die vier Citykirchen, deren kostbare Innenausstattungen noch aus dem Mittelalter stammen. In der kleinen romanischen Marienkirche steht eines der bedeutendsten Werke gotischer Malerei, der Marienaltar des Meisters Conrad von Soest (um 1420). In leuchtenden Farben – Gold, Blau und Rot – hat er Motive aus dem Leben Mariens dargestellt. Weiter ging es zur Reinoldikirche. Dort erzählte die Stadtführerin die Legende vom Stadtpatron Reinoldus, der beim Bau einer Kirche in Köln von Steinmetzen erschlagen wurde. Daraufhin sollen alle Kirchenglocken von selbst geläutet haben, und der Leichenwagen sei allein nach Dortmund gerollt. Seine Reliquien gelangten später nach Prag und Toledo. Im 17. Jahrhundert verkauften die geschäftstüchtigen protestantischen Dortmunder auch das silberne Kopfreliquiar‑ damit hatte der Schutzpatron seine Stadt Dortmund verlassen. In der Kirche befinden sich ein Schnitzaltar und an einem Pfeiler eine Holzskulptur des hl. Reinoldus aus dem 15. Jahrhundert.

Höhepunkt der Kirchenführungen war der riesige Antwerpener Schnitzaltar mit seinen über 600 geschnitzten und vergoldeten Figuren und vielen Gemälden in der Petrikirche – er gilt als das „goldene Wunder von Dortmund“. Den Abschluss dieses ersten Teils der Fahrt bildete ein Besuch in der katholischen Probsteikirche mit seinem mächtigen Flügelalter, der die älteste Stadtansicht Dortmunds zeigt. Die Probsteikirche birgt seit 1982 als Reliquie ein Knochenstück des Heiligen Reinoldus, das anlässlich der 1100-Jahrfeier nach Dortmund zurückkam.

Die Mittagspause lud zu einem Besuch des Hanse-Frühlingsmarktes ein, oder man konnte sich bei strahlendem Sonnenschein im Außenbereich der Dortmunder Gastronomie stärken.

Danach trafen sich alle Teilnehmer wieder, um mit dem Bus zur Zeche Zollern II/IV zu fahren. Mit dem Bau dieser Zeche stieg die Eignerin, die Gelsenkirchener Bergwerks AG, zur größten Bergbaugesellschaft auf. Die schlossartigen Gebäude faszinierten durch ihre Architektur. Die beiden Führerinnen informierten ausführlich über die Arbeit in einer Zeche und die Hierarchie der Belegschaft. So durfte die Allee, die zum Verwaltungsgebäude führte, nur von der Zechenleitung benutzt werden, die Kumpel hatten andere Wege zu benutzen. Wie wichtig Gesundheitsvorsorge war, wurde daran deutlich, dass die Zeche Zollern als erste Zeche einen Betriebsarzt eingestellt hatte. Als Toilette diente unter Tage ein Zinkbehälter, den nach jeder Schicht ein „Kübelmajor“ im Förderkorb mitzunehmen, zu entleeren und zu säubern hatte und bei der nächsten Schicht wieder vor Ort zu schaffen hatte. In der Lampenstube wurden die Grubenlampen gewartet und bei Schichtbeginn ausgegeben. Eine große Arbeitserleichterung war die Einführung eines Helmes mit Kopflampe, denn vorher waren Lampen in Gebrauch, die bis zu 7 Kilo wogen. Mit Erstaunen vernahmen die Teilnehmer, dass die Zeit zum Umkleiden, Duschen und Einfahren sowie der Weg zur Abbaustelle untertage – oft mehrere Kilometer – sich nicht im Lohn niederschlugen. Entscheidend für die Bezahlung war die abgebaute Kohle, das Gedinge – eine Art Akkordlohn. Damit die Bergleute kurze Wege zur Zeche hatten, entstand vor dem Zechentor die Kolonie „Landwehr“ mit ihren abwechslungsreichen Zechenhäusern im Stil einer Gartenstadt. Jeweils vier Familien bewohnten gemeinsam ein Haus, aber schon damals hatte jede Wohnung einen eigenen Eingang. Ein Rundgang durch die unter Denkmalschutz stehende Kolonie beendete den Besuch in Dortmund.

Bilder zu diesem Beitrag finden Sie in unserer BildergalerieDortmund 2010“.

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