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Rückblicke

Ritter bereute seine Tat

Übergabe Bronzetafel

31.5.2006, Sebastian El-Saqqa

Der langjährige Vorsitzende des Dülmener Heimatvereins, Ludger Hillermann, hatte vor fünf Jahren zusammen mit seinem Team die Initiative ergriffen, den Bildstock an der Kapelle Visbeck zu erneuern oder vielmehr den kaum noch lesbaren Text der Inschrift auf der Rückseite dieser Station, an anderer Stelle den Besuchern zugänglich zu machen.

Einem Schulausflug von 1928 sei es zu verdanken, erklärte der neue Heimatvereinsvorsitzende Erik Potthoff, dass der Text der am Montagabend übergebenen Tafel überhaupt erhalten geblieben ist.

„Hermine Majert aus Ondrup hat ihn aufgeschrieben“, erklärte Potthoff den rund 100 Besuchern, die die Maiandacht unter freiem Himmel feierten. Der Doppelbildstock wurde im Jahr 1736 als Sühnezeichen errichtet und zeigt die Geburt Christi auf der Vorderseite sowie die Kreuzigungsdarstellung auf der Rückseite.

Potthoff erzählte von einer traurigen Begebenheit am Heiligen Abend: „Die Herrin von Haus Visbeck hatte aus Mitleid eine junge Frau ohne Bleibe in die Burg gelassen. Als ihr Mann nach einem Erkundungsritt zurückkehrte, warf er die Bettlerin hochkant heraus.

Draußen fiel der Schnee in dicken Flocken vom Himmel. Ähnlich wie am Schneechaos-Wochenende im vergangenen November im Münsterland.“ Keiner habe es geahnt, aber als die Burgherrin am nächsten Morgen durch den Schnee zur Kapelle stapfte, fand sie am Waldrand unter einer Schneewehe die junge Frau erfroren. In ihren Armen hielt sie ein neugeborenes Kind. „Der Ritter von Visbeck bereute seine Tat, änderte seinen Lebenswandel und ließ zur Erleichterung seines Gewissens im Jahre 1736 diesen Bildstock am Waldrand errichten.“

Die Aufgabe des Heimatvereins sei es, die Geschichte und Hintergründe von Denkmälern zu veröffentlichen, da Kunstwerke, Skulpturen, Stationen und Objekte oft aus dem „Marmor des Münsterlandes“, dem Baumberger Kalksandstein, der Vergänglichkeit durch die Witterung unterliegen.

In der Satzung stehe, dass sie mit ihrer Arbeit dazu beitragen, die Boden‑ und Baudenkmäler zu pflegen. Wie Potthoff mitteilte, habe Klaus Josef Kettelhake den Kontakt zur Sparkasse Westmünsterland als Spender hergestellt. Filialdirektor Christoph Schrey und Norbert Winkelhues gehörten am Montag zu den Gästen der Einweihung.

Die Inschrift ist ursprünglich auf der Vorderseite der Station gewesen, aber bei einer Renovierung 1938 wurde diese falsch herum auf den Sockel gesetzt.

Pfarrer Peter Nienhaus weihte die Bronzetafel mit der original abgeschriebenen Inschrift auf der Rückseite des Doppelbildstocks ein.

Quelle: Dülmener Zeitung

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