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Rückblicke

Vortrag zur Dülmener Architektur der 1950er/60er Jahre

Luftaufnahme 1950er Jahre

9.5.2013, (c) Dülmener Zeitung, Iris Bönsch

Dülmen. Viele schwärmen von der guten alten Zeit, in der alles besser gewesen sein soll. Dr. Martin Bredenbeck ist der Meinung, dass es die gute alte Zeit in Bezug auf den Städtebau gar nicht gibt, „weil sich Städte immer weiterbewegen, sie sind mal mehr, mal weniger im Fluss“. Wie sich die Architektur und der Städtebau Dülmens in den 1950er‑ und 1960er-Jahren entwickelte, erklärte der Kunsthistoriker aus Bonn am 7. Mai 2013 anlässlich der Mitgliederversammlung des Heimatvereins Dülmen.
Während des Zweiten Weltkrieges sei Dülmen stark beschädigt worden, die Struktur sowie die unterirdische Infrastruktur seien jedoch grundsätzlich erhalten geblieben. Der Aufbau des Marktes zeige zum Beispiel, dass „alte Bauten nicht rekonstruiert wurden, es wird nur an sie erinnert“. Feingliedrig gestaltete Fenstermodule und Betonfassaden mit Riffelungen seien typisch für diese Zeit.
Das Äußere der Kirche St. Viktor sei nach dem Krieg wiederhergestellt worden, allerdings habe sich das Innere, das eine Holzfaltdecke mit einem Tragwerk aus Metall aufweist, stark verändert. Dem gegenüber stehe die evangelische Kirche, die weitgehend ein Neubau mit grob belassenem Mauerwerk und traditioneller Dachform sei. Was passiert, wenn Kirchen nicht mehr als solche genutzt werden zeige die Kirche Maria Königin, ein sachlicher Betonskelettbau aus den 1960er-Jahren, der zu Wohnungen umgestaltet wurde und seine ursprüngliche Architektur im Inneren verloren habe, erläuterte Dr. Martin Bredenbeck.
„Der Hauptbahnhof ist nicht ganz beliebt, hat aber eine spannende Geschichte“, sagte Bredenbeck. Bei dem Gebäude handle es sich um einen Bau aus zwei Flügeln mit einem Treppenraum als Scharnier. Auffallend sei auch, dass Dülmens Hochhäuser alle an der Peripherie entstanden sind. Am Bahnhof bilden sie „den Auftakt des Stadtbildes als eine Art Stadttor und sind anders als in Bonn, nicht als Hoheitszeichen in die Stadtmitte gebaut worden. In Dülmen prägen die Kirchen das Bild.“
Der Vortrag wurde von gut 50 Zuhörern besucht.

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